2011
May 
25

Seehorn

Kategorie: Berchtesgadener Alpen,Österreich,Sommer,Tagestouren — Berge: — BergWauWau  

Ausgangsort: Pürzlbach (Weißbach bei Lofer) letzter Parkplatz, gebührenpflichtig
Zielort: Rückkehr zum Ausgangsort
Höhenunterschied: ca. 1321Hm
Gehzeit: Pürzlbach – Kallbrunnalm ca.1,5 Std.
Kallbrunnalm – Seehornsee ca. 1,5 Std.
Seehornsee – Seehorn ca. 1,5 Std.
Kondition: ••••··
Technik: ••••··
Erlebniswert: ••••••
Karten:
Versorgungspunkte:
Wasser: bis Kallbrunnalm immer der Brechlbach an der Seite, dann später der Seehornsee

Tourenbeschreibung: Schon am 24.05.2011 fuhr ich am Abend von zu Hause los, um am nächsten Tag, pünktlich in der Früh losgehen zu können.
Ich fuhr also mit dem Auto nach Weißbach bei Lofer, und dort rauf auf Pürzlbach. Der Parkplatz dort oben ist gebührenpflichtig. 2 € der erste Tag, jeder weitere 1€.
Da die Nacht im Auto wieder so toll war, und David (Labrador) und ich es einfach genossen im Auto kuscheln zu können, gingen wir statt geplante 4 Uhr erst um 6 Uhr los!!!!!!!!
Nach einer Stunde erreichten wir die Kallbrunnalmen, und nahmen dort ein kurzes Frühstück ein. (Mitgebrachtes, die Alm selber war noch zu)
Bis zu den Kallbrunnalmen gibt es für die Hunde Wasser im Überfluss, denn der Brechlbach begleitet uns die ganze Zeit. Und oben auf den Almen gibt es Tränken, also Wasser im Überfluss. Nach einer halben Stunde Frühstückspause gingen wir weiter.
Der Steig bis zum Seehornsee ist nicht recht schwer, es gibt viele Wurzeln die man überpueren muss und im Laufe der Zeit wird der Steig auch steiniger und gerölliger, aber nicht schwierig. Die Aussicht ist prima! Man hat auf der linken Seite das Hochkaltermassiv, mit dem Kammerlinghorn, auf der rechten Seite erheben sich die Leoganger Steinberge, und wenn man Glück hat, (ich hatte nur ein ganz klein wenig Glück) sieht man auch in die Hohen Tauern hinein. Da dort im Süden ziemlich viele Wolken waren konnte man an diesem Tag nur ganz schwach die Tauern sehen.
Der Steig war absolut toll zu gehen…ich war völlig in Gedanken wo anders…ich hab über Gott und die Welt nachgedacht…und nahm immer wieder war, wie David glücklich und zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht den Weg eroberte, sodass wir statt den vorgesehenen 1,5 Stunden schon nach 45 Minuten beim Seehornsee waren. Ich nutzte diesen Vorsprung und ließ David, der überglücklich war von dem See, Baden und plantschen. Er genoss es in vollen Zügen!!! Der Seehornsee ist ein sehr idyllisch gelegener See mitten in der steilen Steigung vom Seehorn.
Der Himmel war bis jetzt einfach grandios und es gab bis jetzt noch keinerlei Bedenken, nicht auf das Seehorn aufzusteigen. David genoss es im See zu baden, und nach einer halben Stunde Pause, gingen wir weiter Richtung Seehorn.
Wir waren einfach spitze in der Zeit. Normalerweise sagen die Wegweiser, dass man 4,5 Stunden bis zum Seehorn braucht. (Wir haben zum Schluss, abzüglich der Badezeiten und der Wartezeiten an der Spitze nur 3,15 Stunden gebraucht. Keine Ahnung wie wir das gemacht haben…

Nun gut, wir gingen also weiter. Der Steig wurde sehr geröllig und ich musste etliche Male die Hände zu Hilfe nehmen, damit ich auf die nächsthöhere Stufe gelangen konnte. Es gab etliche Stellen wo ich staunend zugesehen habe, wie David sich seinen Weg problemlos und mit so einer Leichtigkeit erarbeitete. Ich war paff!!!!! Wir erreichten das Sennenrinnenkreuz und ich musste mit Entsetzen feststellen, dass sich das gute Wetter plötzlich total änderte.
Die Wolken waren dabei den Hochkalter einzunehmen, und von Süden her rauschten fette, dicke, dunkle Wolken auf uns zu! Zwischen Sennerinnenkreuz und Seehorn waren es nur noch ca. 150 – 200 m. Aber die Geschichte vom Sennerinnenkreuz besagt, dass sich hier eine Frau 1813 beim Schaafesuchen in den dicken Wolken verirrt hat, und schließlich im Schneesturm erfrohren sei. Jedes Trekkingbuch weist darauf hin, dass man für das Seehorn eine sehr gute Sicht braucht!
Doch was sich hier zusammenbraute war alles andere als „gute Sicht“. Der Steig führte direkt an der steilen Abschusskante hinauf, wo noch einige tiefe Schneefelder lagen. Wenn man nicht aufpasste, lag man in Gefahr auf ein bodenloses Schneebrett zu steigen und abzustürzen. Ich entschied mich zu warten. Zwar schmerzte es sehr, denn das Kreuz vom Seehorn war doch zum Greifen nah. Doch von der steilen Flanke schossen selbstbewußte, dicke, dunkle Wolken hoch. An dem Tag waren David und ich bis auf einen anderen Bergsteiger, der neben uns am Sennerinnenkreuz einfach vorbeirauschte als hätte er die Wolken gar nicht bemerkt, alleine unterwegs. Ich sah wie er beim Seehorn ankam, und wartete was er denn jetzt wohl machen würde. Mal hellten die Wolken auf, mal verdunkelte es sich brutalst. Nun gut, ich checkte ein wenig die Lage ein, und entschied mich, nach ca. 20 Minuten Wartezeit weiter aufzusteigen. Die Wolken waren nach meiner Einschätzung nicht ganz so schlimm. (Was sich aber als Irrtum herrausstellte)

Dort angekommen, hatte ich eine Sicht die frustrierend war!!!! Null!!! Nur eine dicke, fette, dunkle Wolkensuppe!!! Eigentlich hätte ich alles sehen müssen. Den Watzman, den Hochkalter, den Großen Hundstod, mein geliebtes Steinernes Meer, die Hochwiese, die Hohen Tauern, einfach alles!!!!!
Ich wartete 2 Stunden!!!, nachdem ich mit Hui Kontakt aufgenommen hatte, und er mir bestätigte, dass es im Laufe des Nachmittages wolkenlos sein würde. (Zum Glück hatte ich Empfang!)
(Ich hätte auch in dem Wolkengeschwader nicht absteigen können, denn die Sicht war gleich Null! Ich hätte keine Markierung gesehen!)
So geschah es auch! Dank meiner Wechselwäsche und guter warmen Kleidung fiel mir das Warten nicht schwer! Ich wurde auch belohnt! Zwar konnte ich nicht bis zum späten Nachmittag oben bleiben, weil der Abstieg noch bevorstand, und ich David noch beim Seehornsee mit einem Badespaß belohnen wollte, aber dafür bekam ich den Watzman im Wolkenmeer zu sehen!

Je mehr Höhenmeter es runterging, desto schöner wurde das Wetter wieder. Am Seehornsee angekommen war es wieder ein heißer Sommertag, und David konnte wieder eine halbe Stunde plantschen! Bei den Kalbrunnalmen angekommen, gönnte ich mir ein Schnitzel und David bekam ein paar Wiener.

Nach diesem erlebnisreichen und sehr lehrreichen Tag versprach ich mir, nur noch auf mein Bachgefühl zu hören (denn der sagte mir, warte am Sennerinnenkreuz, und entscheide später ob du hochsteigst…), und niemals mehr ohne mein GPS-Teil auf Tour zu gehen. Dann hätte ich auch im düstersten Wolkenbruch wieder runtergefunden…

Es war ein unbeschreiblich schöner, und sehr aufregender Tag, und ich freue mich schon diese Tour in Kombination mit der Hochwiese und dem Ingolstädter Haus zu machen!!!

Gruß
Agi

1 Kommentar »

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Huhu liebe Agi,

vielen Dank für Deine tollen Tourenbeschreibungen rund ums Steinerne Meer. Mein Mann und ich haben unseren Hund Titus und die Frettchen Max und Shaun eingepackt und sind am 26.08.11 von Pürzelbach zunächst Richtung Ingoldstätter Haus aufgebrochen. Am Samstag hat uns das Wetter allerdings einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht und wir waren eingeschneit. Dafür lockte uns die Sonne dann am Sonntag und ich hatte glücklicherweise auch Deine Seehorn-Tour gelesen… Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Grüßles, Christina

Christina Willim @ 16. September 2011 12:28 Uhr

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